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Verdauungssekretorik

Als Verdauung, auch Digestion genannt, bezeichnet man den Aufschluss der Nahrung im Verdauungstrakt mit Hilfe von Verdauungsenzymen. Dabei entstehen durch chemische Spaltung (genauer: Hydrolyse) aus hochmolekularen Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen niedermolekulare Verbindungen wie z.B. Mono- und Disaccharide, Fettsäuren, Aminosäuren, Dipeptide und Tripeptide, welche zum Teil in Energie umgewandelt bzw. auch bei der Produktion von neuer Körpersubstanz eingesetzt werden, indem der lebende Organismus sie nach einem chemischen Umbau in die verschiedensten Zellstrukturen einbaut.

Die Verdauungsdrüsen liefern Sekrete für den enzymatischen Aufschluss, die Lösung und den Transport der Nahrungsmittel und den Schutz der Schleimhäute. Beteiligt sind Speichldrüsen, Magen- und Darmwanddrüsen, Bauchspeicheldrüse (Pankreas) und Gallenblase.



Steuerung der Verdauungssekretorik

Der Mundspeichel enthält Ptyalin zur Stärkespaltung, Schleim zum Gleiten und Wasser zum Lösen und Spülen bei trockener Nahrung. Magensaft besteht aus Pepsin zum Proteinspalten, Schleim für den Schutz und das Gleiten und bakterizider (Bakterien schädigend und Zelltod der Erreger auslösend) HCL zu Strukturabbau und ph-Einstellung.

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Inhaltsverzeichnis
Sachwortverzeichnis
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Verdauungssekretorik (oben);
Steuerung der Verdauungs-
sekretorik (rechts)
(Grafiken: © Frank Geisler)

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Der Darmsaft spaltet Kohlenhydrate mit Saccharasen sowie Peptide mit Peptidasen. Gallensaft vermittelt die Fettlösung in Mizellen (kugelförmige, molekulare Aggregate aus oberflächenaktiven bzw. amphiphilen chemischen Verbindungen (Tensiden)) durch Gallensäuren. Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) bewirkt die Verdauung der Kohlenhydrate, Proteine und Lipide. Die von ihr gebildeten Verdauungsenzyme werden über einen oder zwei Ausführungsgänge in den Zwölffingerdarm abgegeben und zerlegen die Nahrung in die resorbierbaren Monosaccharide, Aminosäuren, Fettsäuren und Monoglyceride.
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Die Kohlenhydratverdauung beginnt im Mund durch Ptyalin. Es entstehen Oligo- und Disaccharide. Im Darmsaft erzeugen die Pankreasamylase und Maltasen Disaccharide, die zellständige Darmenzyme weiter verarbeiten. Die Proteinverdauung führt durch Pepsine im Magen zu Polypeptiden, durch Trypsin, Pankreas- und Darmpeptidasen zu Dipeptiden, welche zelluläre Darmenzyme weiter spalten. Die Lipidverdauung vollzieht sich im Zwölffingerdarm (Duodenum) durch Pankreaslipasen und Mizellenbildung zu Fettsäuren und Monoglyceriden.

Die Steuerung von Sekretmenge und Sekretart erfolgt nerval oder hormonal: Über Auge und Ohr werden bedingt reflektorisch, von Geruch, Geschmack und Druckgefühl im Mund über Reflexe Speichel und Magensaft nach Bedarf freigesetzt. Dehnung und Nährstoffe im Magen lösen über Gastrin die Magensaftproduktion aus. Fette und Säure im Duodenum aktivieren Pankreas und Gallenkontraktion durch Sekretin und Cholecystokinin. Vagus und Sympathikus modifizieren die Sekretion.

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