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Verdauungsmotorik

Die Motorik des Verdauungssystems besorgt die Bewegung für die Aufnahme der Nahrung und das Ausscheiden der Restprodukte.
Ihr dienen Skelettmuskeln in Mund, Rachen, Ösophagus und und der Verschluss des Enddarms. In den Verdauungsorganen wirkt glatte Muskulatur in der Ring- und Längsschicht der Muscularis und in der Darmflora. Die Aufgaben der Motorik sind Zerkleinern, Vermischen, Transport, Speicherung, Unterstützung der Resorption und Ausscheidung durch Formen der Bewegung:
Beißen und Kauen dienen der Zerkleinerung der Nahrung und deren ersten Aufspaltung, die Nahrung wird mit dem Speichel vermischt.
Schlucken ist eine komplexe Bewegungsabfolge vieler Muskeln im Mund-, Rachen- und Halsbereich.
Tonus speichert den Chymus in Magen, Dick- und Enddarm.
Rhythmische Segmentierung der Ringmuskeln mischt ihn im Dünndarm.
Pendelbewegung, Peristaltik und Haustren-Fließen der Längsmuskeln durchmischen den Brei im Darm und fördern die Resorption.
Schließmechanismen der Kardia, des Pylorus und Anus steuern Füllung und Entleerung.



Verweildauer der Nahrung im
Magen-Darm-Trakt

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Inhaltsverzeichnis
Sachwortverzeichnis
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Kauen und Schlucken, Peristaltik im Ösophagus sowie Peristaltik im Magen (links);
Pendelbewegung, rhythmische Segmentierung und Peristaltik im Darm (rechts)
(Grafiken: © Frank Geisler)

Die Auslösung der Bewegungen erfolgt durch Reflexe, Automatie der glatten Muskeln oder Hormone.
Reflexe und Willkürmotorik (bewusste Entscheidungsprozesse, die Bewegungen gezielt durchführen und kontrollieren, Impulse für die Steuerung der Willkürmotorik werden aus der motorischen Großhirnrinde über die Pyramidenbahn weitergeleitet) bewegen Skelettmuskeln und Sphinkter.
Die Automatie bewegt die glatte Muskulatur spontan oder dehnt sie.
Als Hormone aktivieren Gastrin den Magen, Villikinin die Zotten und Cholezystokinin die Gallenblase; Enterogastron hemmt die Magenmotorik.
Die Steuerung von Magen- und Darmbewegungen besorgen Vagus und Sympathikus. Der Vagus fördert die Durchmischung und den Transport, der Sympathikus fördert die Sphinkteröffnung.
Zentrale Einflüsse wie Angst wirken über die vegetativen Nerven. Psychische Prozesse und die Verdauung sind weitaus enger miteinander verbunden als bisher angenommen. Das sog. "Bauchhirn" fühlt mit und steuert autonom die Funktionen des Magen-Darm-Trakts. Es verständigt sich mit 100 Millionen Nervenzellen sowie einer eigenen Hormonproduktion. Das "Bauchhirn" ist somit in der Lage, selbstständig Gefühle wahrzunehmen – das berühmte Bauchgefühl, das entsteht, wenn Erfahrungen mit angenehmen (Schmetterlinge im Bauch) bzw. unangenehmen (Prüfungsangst) Körpergefühlen verbunden, gespeichert und in vergleichbaren Situationen wieder abgerufen werden. Anhaltende Furcht oder Stress hinterlässt bleibende Spuren, nicht nur im Kopf, auch im Bauch.

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