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Übersicht der inneren Organe von dorsal
Nach Entfernung der deckenden Weichteile und der Skelettelemente des Rückens werden die Lagebeziehungen der Organe des Brust-, Bauch-, Becken- und Retroperitonealraumes und ihre Ausdehnung von dorsal sichtbar. Kranial überragen die Pleurakuppeln mit den Lungenspitzen die Schlüsselbeine um 2 bis 4 cm. Dadurch ist eine Verletzungsgefahr des Pleuraraumes vom Hals her möglich. Die Grenze zwischen Ober- und Unterlappen zieht rechts neben der Wirbelsäule, entlang der 5. Rippe, links eine Rippe höher. Der Mittellappen erscheint seitlich vor der Axillarlinie rechts.
Die unteren Pleuragrenzen überlagern von dorsal die Nebennieren und die oberen Abschnitte der Nieren, die sich im Retroperitonealraum befinden. Die Differenz zwischen der unteren Pleura- und Lungengrenze beträgt 2 bis 3 Querfingerbreiten. Daraus erklärt sich, dass bei Verletzungen mehrere Körperhöhlen gleichzeitig betroffen sein können. Durch Abklopfen der Körperoberfläche (Perkussion) zwischen der Ein- und Ausatmungsstellung kann die Verschieblichkeit der Lungengrenzen ermittelt werden.
Die einander zugekehrten parietalen Pleuraflächen (Pleura mediastinalis) begrenzen beiderseitig den Mediastinalraum , in dem dorsal die Speiseröhre (Oesophagus), die Brustaorta (Aorta thoracica) mit ihren Ästen, Venen, Nerven und Lymphknoten, aber auch der Milchbrustgang (D. thoracicus) verlaufen. Auffällig ist, dass die Speiseröhre in ihrem oberen Abschnitt durch den Aortenbogen mehr nach rechts gedrängt wird, obwohl ihr Zwerchfellaustritt dann wieder mehr links liegt. Bei der Passage von Kontrastmitteln lassen sich röntgenologisch verchiedene Rückschlüsse auf die Nachbarorgane und den Oesophagus selbst ziehen. Die vorn im Mediastinum gelegenen Organe, so z.B. die Luftröhre (Trachea), werden fast völlig verdeckt.
Im Bauchraum wird der Magen von den dorsal gelegenen Organen Milz, Nebenniere, Niere und Pankreaskopf überlagert. Außerdem legen sich die rechte Nebenniere und Niere dem rechten Leberlappen an.
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Übersicht der
inneren Organe von dorsal
Grafik:
© Frank Geisler
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Es bleibt hier nur ein kleines Feld der Leber frei, das seitlich bis an den Rippenbogen reicht und die untere Pleuragrenze überragt. Weiter kaudal liegen unterhalb der Flexura coli dextra der aufsteigende Dickdarm (Colon ascendens) mit dem Blinddarm (Caecum) und dem kleinen Wurmfortsatz (Appendix vermiformis) teilweise der hinteren Bauchwand und der rechten Darmbeinschaufel an. Linksseitig ist ein Teil der Milz unterhalb der Pleuragrenze sichtbar. Ihre Ausdehnung reicht von der 9. bis zur 11. Rippe. Nur bei pathologischen Veränderungen wird sie unterhalb des Rippenbogens tastbar. Darunter lagert sich zwischen Milz und linker Niere die Flexura coli sinistra an, ihr folgt der absteigende Dickdarm (Colon descendens). Das Colon sigmoideum wird größtenteils von der linken Darmbeinschaufel überdeckt. Das vorn und intraperitoneal gelegene Colon transversum tritt dorsal nicht hervor. Dagegen ist der Mastdarm (Rectum) nach Entfernung des Kreuzbeines (Os sacrum) sichtbar. In das Feld, das seitlich von den Dickdarmanteilen und oben von der Bauchspeicheldrüse sowie der rechten und linken Niere begrenzt wird, projiziert sich der Dünndarm (Intestimum tenue) nach dorsal. Dabei sind die in der Nachbarschaft der Bauchspeicheldrüse gelegenen Abschnitte des Zwölffingerdarmes (Duodenum) von den Jejunum- und Ileumschlingen gut zu unterscheiden.
Die Projektion der beiden Harnleiter zeigt diese fast in ihrer gesamten Ausdehnung. Sie verlaufen vom rechten und linken Nierenbecken über die hintere Bauch- und Beckenwand, bis sie, beim Mann verdeckt durch die Samenbläschen, in die Harnblase münden.
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