Anatomie
Fuß, Fußskelett, Fußgelenke

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Der Fuß, Fußskelett, Gelenke und Muskeln

Als Anpassung an den aufrechten Gang weist der menschliche Fuß (Pes) eine hohe anatomische und funktionale Komplexität auf. Er wird in die Fußwurzel (Tarsus), den Mittelfuß (Metatarsus) und die Zehen (Digiti pedis) eingeteilt. Das Sprungbein (Talus) der Fußwurzel ist über das obere Sprunggelenk (Articulatio talocrualis) mit den beiden Unterschenkelknochen verbunden. Dabei bilden die unteren Anteile der Tibia und der Fibula die durch eine feste Bandhaft zusammengefügte Knöchelgabel, die zangenartig am Talus die Gelenkflächen umklammert. Diese Art der Knochenführung und die kräftig ausgebildeten Seitenbänder bedingen, dass im oberen Sprungelenk nur Beuge- und Streckbewegungen (Plantar- und Dorsalflexion) um eine quere, durch die Knöchel gedachte Achse vorgenommen werden können. Die anderen Knochen der Fußwurzel, das Kahnbein (Os naviculare), die drei Keilbeine (Ossa cuneiformia) und das Würfelbein (Os cuboideum) sind kleiner als das Sprung- und das Fersenbein (Calcaneus) und sind zwischen diesen und den Mittelfußknochen eingefügt.

Anatomie Fußskelett, Knochen und Gelenke Sohle, Fußsohle mit Ferse und Fußballen, Belastung der Fußsohle

Fußskelett von oben sowie die Fußsohle
mit Markierungen der Belastungsschwerpunkte.
Den Hauptanteil des Körpergewichts tragen
die Ferse (ca. 33 %) und der Fußballen
(ca. 40 %). Den Rest übernehmen der
Fußaußenrand (ca. 15 %), die Großzehe
(ca. 5 %) und die übrigen Zehen (ca. 7 %).

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Inhaltsverzeichnis
Sachwortverzeichnis

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Anatomie Fuß mit Fußgewölbe, Längsgewölbe
Längsschnitt durch den Fuß und
Längsgewölbe des Fußes von innen

Anatomie Fuß mit Fußgewölbe, Quergewölbe mit Bänder

Quergewölbe des Fußes; die Fußgewölbe werden durch Muskulatur verspannt und durch Bänder aufrechterhalten.
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Neben erblicher Veranlagung, einer Bindegewebsschwäche, sind die häufigsten Ursachen des Hallux valgus:
Durch das Einsinken des vorderen Quergewölbes beim Spreizfuß kommt es zu
einer Verbreiterung des Ballenbereichs,
einer anderen Winkelstellung, und somit zu
einer Schiefstellung der ersten Zehe;
durch jahrelanges Tragen von falscher
Fußbekleidung, besonders von Frauen
wegen falscher Absatzhöhe, zu engen
Schuhspitzen und zu kurzen Schuhen.

Talus, Calcaneus und Os naviculare begrenzen mit ihren entsprechenden Gelenkflächen das un-tere Sprunggelenk (Articulatio talotarsalis), das durch ein kräftiges Zwischenknochenband (Lig. talocalcaneum interosseum) in eine hintere Kammer (Articulatio subtalaris) und eine vordere Kammer (Articulatio talocalcaneonavicularis) geteilt wird. In diesem gemeinsamen Gelenk erfolgen die Umwendebewegungen des Fußes um eine schrägverlaufende Achse, das Heben der inneren (Supination) und der äußeren Fußkante (Pronation).

Die anderen Gelenke zwischen den Knochen der Fußwurzel und die Fußwurzel-Mittelfußgelenke sind als straffe Gelenke (Amphiarthrosen) so gebaut, dass nur ein federndes Wackeln möglich ist. Dagegen können die Grund-, Mittel- und Endgelenke der Zehen gebeugt und gestreckt werden. In den Grundgelenken sind auch Spreizbewegungen möglich. Die große Zehe (Hallux) besitzt nur ein Grund- und Endgelenk für Scharnierbewegungen.
Bau und Beweglichkeit des Fußes sind dem aufrechten Stand und Gang des Menschen angepasst. Dem entspricht auch die doppelte Gewölbeform des Fußes. Das Skelett ist sowohl in der Längs- als auch in der Querrichtung gewölbt. Das Längsgewölbe verläuft besonders über den Innenrand des Fußes, die Außenseite ist weit weniger gewölbt. Dagegen ist das Quergewölbe vor allem im Bereich der Basis der Mittelfußknochen und den angrenzenden Keilbeinen ausgebildet. Die Gewölbe werden durch die Form und die Lage der Fußknochen vorbestimmt sowie durch die Wirkung von Bändern und Muskeln aufrechterhalten.

Die Muskeln greifen gestaffelt an den Fußwurzeln, dem Mittelfuß und an den Zehen an. Durch die langen Extensoren erfolgt die Hebung des Vorderfußes und der Zehen (Dorsalflexion) sowie des äußeren Fußrandes (Pronation) wegen der schrägen Achse im unteren Sprunggelenk. Gegenspieler stellen die kräftigen Wadenmuskeln dar. Der stärkste Beuger, der M. tricpes surae, setzt über die Achillessehne am Fersenbeinhöcker an. Er bewirkt die Beugung (Plantarflexion) bei gleichzeitiger Hebung des inneren Fußrandes (Supination). Die tiefen Muskeln unterstützen diese Funktion, sie sind jedoch durch ihren Verlauf teilweise Haltemuskeln zur Stabilisierung des Längsgewölbes, weil sie die Zehen erreichen. Die Wadenbeinmuskeln beteiligen sich an der Plantarflexion und an der Pronation.

Bei einem normal geformten Fuß ruht das Körpergewicht beim Stand auf der Ferse und den Köpfchen des des 1. und 5. Mittelfußknochens , den Teilen der Fußsohle, die auch besonders durch Fettgewebe gepolstert sind. Ein Absinken des Längsgewölbes führt gewöhnlich zur Bildung eines Plattfußes (Pes planus), während der Spreizfuß (Pes transversoplanus) durch eine Ab-flachung vor allem des Quergewölbes bedingt wird. Aus dieser Ausgangslage ergeben sich die Spreiz-Plattfüße (Pes valgoplanus). Im Zehenbereich tritt häufig eine Lateralabweichung der Großzehe (Hallux valgus) auf.

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(Grafiken: © Frank Geisler)
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.Fuß mit Hallux valgus
Hallux valgus

.Fuß mit Hammerzehe
Hammerzehe